Selbstständig machen als junger Mensch
zyndfunken – der Podcast

Der eigene Chef, die eigene Chefin sein? Klingt erstmal richtig gut. Wer sich nach der Ausbildung für die Selbstständigkeit entscheidet, merkt, dass es neben Chancen auch um Risiken und die Frage geht: Wie viel Freiheit brauche ich, wie viel Sicherheit? In Folge 5 von zyndfunken teilen Metallbaumeister Marc und Schornsteinfegerin Vanessa ihre eigenen Erfahrungen mit dir.
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Marc: Also der Moment, wo ich es wirklich wusste. Jetzt wird es ernst. Das war, als mein bester Freund, der sich auch selbstständig gemacht hat oder machen wollte, mir davon erzählt hat, dass er eine Halle gefunden hat. Eine Produktionshalle, die aber zu groß ist für ihn selbst. Und ob ich nicht dabei sein möchte. Da wusste ich okay, das ist jetzt im Moment, auf den ich gewartet habe.
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Luca: zyndfunken Der Podcast für den Weg zu deinem Traumberuf. Wir sprechen mit spannenden Gästen über ihre Geschichten, Hochs und Tiefs. Wir stellen Fragen und geben dir die Antworten. Auslandsaufenthalte. Eine Ausbildung mit Beeinträchtigungen, Studienabbrüche. Diese und weitere Themen, die beim Übergang in Ausbildung und Beruf eine Rolle spielen können, tauchen hier auf. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von zyndfunken. Heute sprechen wir über ein Thema, bei dem es jede Menge Fragen gibt.
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Luca: Wir wollen uns beschäftigen mit dem Thema Selbstständigkeit und fragen, wer eigentlich alles selbstständig arbeitet und was das heißt, was dahintersteckt. Welche Klischees stimmen und welche vielleicht auch nicht. Dafür haben wir zwei spannende Gäste. Zum einen Marc Seibert, erst 28 und mit Metallbaumeister aus Bonn, seit 2025 selbstständig mit einem eigenen Unternehmen. Und Vanessa Bilo. Sie ist 33 Jahre alt, Schornsteinfegermeisterin, als Kammerbeste damals ausgezeichnet worden und seit kurzem Ausbildungsberaterin.
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Luca: Mit zwei ganz spannenden Geschichten haben wir es heute also zu tun. Zwei Menschen mit viel Praxiserfahrung und auch ehrlichen Einblicken, die wir heute mit euch teilen wollen. Wir beginnen mit dir, Vanessa. Du bist heute bei uns und erzählt uns ein bisschen aus deiner praktischen Erfahrung, aber auch aus deiner Zeit als Ausbildungsberaterin. Wie war so dein Lebensweg? Was gibt es so? Vielleicht können wir sagen, die drei wichtigsten Stationen?
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Vanessa: Oh, die drei wichtigsten. Das ist natürlich schon hier sehr eingeschränkt, weil der Werdegang schon ein bisschen länger ist, denn ich habe mit zwölf mich für mein erstes Praktikum entschieden und dass mir so imponiert hat, dass ich dann gesagt hab okay, das ist es. Ich mache direkt die Ausbildung mit 16, die dann drei Jahre ging, mit anschließender Meisterprüfung und dann zusätzlich noch als Dozentin und Prüferin gearbeitet und bin jetzt ganz, ganz frisch. Seit zwei Wochen bei der Handwerkskammer zu Köln.
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Luca: Das ist schon sehr beeindruckend. Das heißt übrigens die Praxiserfahrung mit, aber auch die aus der Ausbildung selbst, zum Beispiel als Prüferin usw. Das heißt, du kannst jungen Menschen ganz authentisch berichten von dem, was im Job eben so auf sie wartet. Und wir sprechen ja heute über den Punkt Selbstständigkeit. Das ist ja für viele, die jetzt ihre Ausbildung machen wollen oder gerade mitten drin sind, vielleicht noch gar nicht so das erste Thema, sich selbstständig machen zu wollen. Wenn du mit jungen Leuten sprichst, was verstehen die denn unter selbstständigem Arbeiten?
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Vanessa: Also viele sind natürlich eh ganz, ganz neu in der Arbeitswelt und extrem aufgeregt. Aber ich habe schon das Gefühl, dass immer mehr junge Menschen auch Lust haben, später ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Also wenn man jetzt so mitbekommt in der Ausbildungsberatung, wie viel Feuer da in den Leuten steckt, dass sie Lust haben was zu bewegen und auch ein bisschen selber noch was anderes aufzuziehen, dann merkt man, dass das Handwerk doch da im Vormarsch ist.
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Luca: Ja, das Handwerk ist eine Option. Vielleicht kannst du mal ein paar Beispiele nennen. Als was kann man sich denn so selbstständig machen, zum Beispiel?
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Vanessa: Also prinzipiell könnte man sich in jedem Handwerksberuf von A bis Z selbstständig machen und auch beispielsweise als Schornsteinfegermeisterin. Es gibt da immer einen kleinen Unterschied. Das ist einmal die Meisterpflicht bei manchen Berufen, wie zum Beispiel bei den Schornsteinfegern. Es gibt aber auch Berufe, die sind nicht meisterpflichtig. Aber es ist immer schön, wenn man trotzdem zum Beispiel den Ausbilderschein macht, damit man auch neue Fachkräfte nachher ausbilden kann.
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Luca: Und die Meisterpflicht heißt dann, dass man sich nur selbstständig machen kann. In diesem Rahmen, also in diesem Beruf, wenn man auch den Meister errungen hat.
Vanessa: Genau.
Luca: Jetzt gibt es das Handwerk, das hast du gerade schon mal erzählt. Dachdeckermeister beispielsweise. Oder Schornsteinfeger und Schornsteinfeger. Da gibt es unterschiedliche Elektriker usw. Es gibt aber ja auch noch andere Säulen, mit denen man sich selbstständig machen kann.
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Luca: Das ist zum Beispiel die Kreativbranche als Gestalterin, Gestalter, als Filmemacherin oder Filmemacher oder auch in der Beratung zum Beispiel Personalberatung oder Kommunikationsberatung. Es gibt die Möglichkeit, als Freiberuflerin oder Freiberufler selbstständig zu sein, zum Beispiel als Arzt, Ärztin, Apotheker, Ingenieurin usw., aber auch als Ergotherapeuten oder Physiotherapeutin. Sogar als Erzieherin bzw. Erzieher gibt es Möglichkeiten der Selbstständigkeit. Selbstständigkeit heißt für sich selbst zu arbeiten, also nicht angestellt zu sein.
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Luca: Das kann man als Gewerbetreibende machen, als Freiberufler oder Freiberuflerin, als Solo-Selbstständiger und ja, auch als Unternehmerin mit einem größeren Unternehmen im Hintergrund. Wir haben gerade schon ein paar Beispiele genannt. Dazu kommen zum Beispiel Grafikerin und Grafiker, Fotografinnen, Fotografen, ja, hier zum Beispiel auch Podcasterinnen und Podcaster. Viele wollen inzwischen auch Influencerin oder Influencer werden. Also da gibt es ganz viel.
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Luca: Die Handwerk Beispiele haben wir gerade auch schon gesehen und um das so ein bisschen abzugrenzen selbstständig zu sein bedeutet eben nicht automatisch Chefin oder Chef mit zehn Mitarbeitenden, sondern vielleicht auch einfach Chef von sich selbst. Erste Einblicke haben wir jetzt bekommen und gehen einen Schritt weiter. Jetzt sprechen wir mit Marc Seibert. Er ist selbstständig und das seit circa einem halben Jahr. Das heißt, wir haben hier jemanden bei uns, der uns ganz frisch auch aus diesem ganzen Prozess berichten kann. Darauf freue ich mich. Aber fangen wir doch ein Stück früher an, Marc. Was hast du für eine Ausbildung? Bzw. Was ist ein beruflicher Werdegang?
Marc: Also ich habe erst mal tatsächlich studiert in den Niederlanden. Da habe ich „International Business“ studiert. Was auch mir sehr viel Spaß gemacht hat.
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Marc: Aber durch mehrere Zufälle, über die wir vielleicht auch später noch sprechen, bin ich dann ins Handwerk gekommen. Da auch meine Mutter Künstlerin ist, macht viel mit Metall. Dadurch habe ich dann dieses Interesse für das Metall Handwerk entdeckt und dann kurzerhand die Ausbildung angefangen, die ich dann auch nach zwei Jahren abgeschlossen habe.
Luca: Und wusstest du da schon, dass du irgendwann mal selbstständig wirst?
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Marc: Das war auf jeden Fall der Plan. Also schon zu Beginn meiner Ausbildung wusste ich, ich mache das hier nicht, um mein Leben lang Angestellter zu sein, sondern um mich auch selbstständig zu machen. Das hat dann insgesamt circa zwei Jahre gedauert, bis ich mich selbstständig gemacht habe. Dass es so schnell ging, war jetzt nicht unbedingt der Plan, aber grundsätzlich hat das schon vorher.
Luca: Was war denn für dich der Moment, Mark, an dem du gemerkt hast okay, ich will mein eigenes Ding machen. Ich will sicher selbstständig sein?
Marc: Also der Moment, wo ich es wirklich wusste, Jetzt wird es ernst. Das war, als mein bester Freund, der sich auch selbstständig gemacht hat oder machen wollte, mir davon erzählt hat, dass er eine Halle gefunden hat.
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Marc: Eine Produktionshalle, die aber zu groß ist für ihn selbst. Und ob ich nicht dabei sein möchte. Da wusste ich okay, das ist jetzt im Moment, auf den ich gewartet habe. Und davor haben wir natürlich schon und über ich mit meinem Bruder zusammen unterhalten wollen wir das haben die grundsätzliche Entscheidung getroffen. Wir möchten das und haben eigentlich auf den Moment gewartet, dass es losgehen kann.
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Marc: Und dann ist er gekommen.
Luca: Das heißt, du bist mit deinem Bruder gemeinsam selbstständig worden. Was hat er für ein Hintergrund?
Marc: Der ist auch ausgebildeter Metallbauer und Metallbaumeister.
Luca: Okay, und er habe immer den Plan, dann was ähnliches zu machen. Oder war das Zufall?
Marc: Nee, das war Zufall. Also das hätte auch keiner kommen sehen. Inklusive meiner Mutter. Ähm, da wir uns früher schon, sagen wir mal, wir haben oft parallel gelebt. Aber dann durch diese Ausbildung und dadurch, dass ich auch wieder nach Bonn gezogen bin, wo er auch gelebt hat, haben uns doch wieder sehr, sehr intensiv miteinander beschäftigt und haben dann gemerkt okay, das kann funktionieren, dass wir uns jetzt zusammen selbstständig machen.
Luca: sprechen wir doch mal über das Thema Selbstständigkeit insgesamt. Was würdest du sagen, wenn dich jetzt jemand fragt, der vielleicht mit dem Gedanken spielt, auch eine Selbstständigkeit anzustreben?
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Luca: Was bedeutet es denn, sich selbstständig zu machen?
Marc: Sich selbstständig zu machen bedeutet zuerst mal, sich auch jeden Tag selbst zu motivieren. Man muss wirklich eigenen Antrieb entwickeln, das heißt, man muss jeden Morgen aufstehen. Gerade im Handwerk ist es so, dass sie aus irgendeinem Grund auch immer sehr früh anfangen, wahrscheinlich um die besten Parkplätze in der Stadt zu finden.
Das heißt grundsätzlich man muss sich jeden Tag neu motivieren. Und das ist vielleicht am Anfang erst mal sehr einfach. In der Vorstellung, aber jeder weiß das. Im täglichen Leben kann das dann doch schwieriger sein. Deswegen, das ist auf jeden Fall die Voraussetzung, finde ich, Nummer eins, die man mitbringen muss. Eigene Motivation, Eigenantrieb, ein Interesse für das, was man macht. Denn dann fällt das auf jeden Fall viel, viel leichter,
Luca: weil einen eben niemand in dem Sinne mehr motivieren kann. Man hat keinen Chef mehr über sich stehen, das heißt, man muss selbst diese Rolle einnehmen. Und das ist sicherlich nicht immer leicht, weil auch als Selbstständiger hat man mal Phasen, in dem es einem besser geht und andere. Das bedeutet ja auch Disziplin.
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Marc: Genau.
Luca: Verrat uns doch mal in ein paar Worten, was macht ihr denn mittlerweile? Was ist euer Geschäftsmodell?
Marc: Unser Geschäftsmodell ist eigentlich sehr klassische Schlosserei-Arbeiten. Das bedeutet, wir sind ausgebildete Metallbauer und Metallbaumeister. Das heißt heutzutage, wir machen viel Treppengeländer, Treppenkonstruktionen, Handläufe. Wir machen Stahl, Edelstahl und Aluminium. Wir haben eine Werkstatt, in der wir das beides getrennt haben, was schon mal sehr gute Voraussetzungen sind.
Das war uns auch sehr wichtig. Und dann möchten wir uns natürlich noch. Oder wir haben mit dem mit der Intention gegründet, uns auch im Bereich Hochwasserschutz selbstständig zu machen. Da sind wir auch gerade dran, diesen Bereich noch mal neu aufzubauen. Da geht es darum, Immobilien gegen Hochwasser und Starkregen-Ereignisse zu schützen. Mit zum Beispiel Dammbalken-Systemen oder mit Flutschutz aus Aluminium.
Das gehört damit auch zum Bereich Metallbau und deshalb sind wir da auch sehr, sehr gut für gewappnet. Wir lassen uns gerade noch fortbilden und zertifizieren und dann möchten wir auch in diesem Bereich angreifen.
Luca: Ein Beispiel für eine Neugründung haben wir jetzt schon gehört und das Spannende ist Marc selbst ist 28 Jahre alt, also auch noch ein ganz junger Vertreter in der Selbstständigkeit.
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Luca: Das ist eben nicht in Anführungsstrichen normal, das ist was Besonderes. Und deswegen freuen wir uns ganz besonders. Vanessa ist 33 und damit auch eine der jüngeren Ausbildungsberaterin. Und sie wollen wir fragen, was sie im Bereich Selbstständigkeit bei der Handwerkskammer in der Beratung so beobachtet. Also mit welchen Sorgen und Vorstellungen kommen denn die jungen Menschen, wenn es um dieses Thema geht?
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Vanessa: Also viele sind natürlich erst mal sehr motiviert. Man hat einen Entschluss gefasst, man hat Lust, was zu bewegen, man hat Lust, sich neu aufzustellen. Und natürlich sind da so die ganzen bürokratischen Hürden, die da einen vielleicht erst mal erschrecken, wenn man das dann hört und das große Ganze. Man weiß nicht, wie man sich finanziell aufstellen muss, aber da bietet insbesondere natürlich auch die Kammer einen super Dienstleistungsangebot an und berät über Fördermöglichkeiten. Hat Ansprechpartner, hat Unternehmensberater vor Ort, die einen auch wirklich kostenlos tatsächlich als Kammer unterstützen. Und das gibt es ja nicht nur fürs Handwerk, sondern das gibt es in vielerlei Hinsicht in Deutschland als Angebot, dass man sagt, man ist nicht alleine. Nur weil du jetzt alleine arbeiten möchtest, heißt das nicht, dass du für immer auf dich allein gestellt bist, sondern da gibt es Ansprechpartner.
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Luca: Kannst du uns in wenigen Sätzen mal erklären, was so eine Kammer eigentlich tut? Also was ist so eine Kammer?
Vanessa: Es ist im Endeffekt eine Interessenvertretung von den Mitgliedern. Also die ganzen Mitglieder, die Handwerker innen, die da alle Mitglieder sind, sind da sich zusammengeschlossen. Wir pflegen die Daten ein, die Sensiblen behandeln wir natürlich alle sehr seriös und ja, wir beraten ganzheitlich zum Thema Berufsausbildung, berufliche Fortbildung, Umschulungen, Unternehmensgründungen. Ja, wir begleiten von A bis Z alles.
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Luca: Genauso eine sogenannte Selbstverwaltung. Also man unterstützt bzw. baut den eigenen Berufsstand auf und aus. Jetzt kommen wir noch mal auf dich ganz konkret zu sprechen. Was ist denn so dein Alltag? Also was tust du, um die jungen Menschen bestmöglich zu beraten? Wie können wir uns das vorstellen?
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Vanessa: Also erst mal ist es für mich so, dass ich ja trotzdem. Dass ich eine Meisterin bin, habe ich immer gedacht, ich möchte noch mehr fürs Handwerk bewegen. Ich war selber Ausbilderin. Ich habe schon zwei Prüflinge zur Prüfung gebracht. Ich war Dozentin, Meisterin, Prüferin, und ich hab gedacht, da muss noch mehr sein. Ich habe Lust, die Berufsausbildung auf ein anderes Level zu bringen.
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Vanessa: Und deswegen habe ich mich jetzt entschieden, in die Beratungstätigkeit einzusteigen. Und ja, das heißt, da gehen wir jeden Tag raus, schauen, was müssen die Betriebe mitbringen, um auch eine Ausbildung durchzuführen.
Luca: Was heißt das zum Beispiel?
Vanessa: Zum Beispiel den Meister oder zumindest den Ausbilder Schein, je nachdem was für eine, was für ein Gewerk es ist. Denn alle Voraussetzungen, um den Ausbildungsrahmenplan erfüllen zu können. Also haben die alles an Werkzeug im Betrieb? Haben die auch genug Menschen, die die jungen Leute ausbilden können? Ähm, ja, fachliche und persönliche Eignung quasi.
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Luca: Und da gibt es ja auch noch ein paar andere Kriterien. Wir müssen heute gar nicht alle nennen, weil wir wollen ja über Selbstständigkeit sprechen, aber es ist trotzdem spannend zu sehen, was auch dein Alltag so bedeutet. Weil es gibt ja eben auch Regularien, an die man sich halten muss. Du berätst jetzt als Ausbildungsberaterin ja nicht nur junge Menschen, sondern auch die Betriebe, also die, die entweder gerade schon ausbilden oder die, die noch ausbilden oder wieder ausbilden wollen. Das sind ja häufig Selbstständige, mit denen man da spricht. Ist das Thema Selbstständigkeit da auch noch offen? Also wird da auch noch drüber diskutiert?
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Vanessa: Auf jeden Fall. Ich gerade glaube, ich weiß nicht, wie es bei dir es mag, aber so in der Gründungsphase hat man natürlich erst mal vielleicht andere Gedanken als unbedingt an die Zukunft von meinen vielleicht zukünftigen Mitarbeitenden. Und eigentlich ist es so wichtig, weil man von der Pike auf sich seine eigenen Fachkräfte anziehen kann und tolles gutes Personal selber auch erschaffen kann.
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Vanessa: Deswegen ist es eigentlich so wichtig, dass wenn man auch gründet und selbstständig ist, vielleicht auch schon an seinen Nachwuchs denkt.
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Marc: Ja, das stimmt. Also in der Gründungsphase hat man natürlich erst mal das Gefühl, ich muss jetzt erst mal dafür sorgen, dass wir Aufträge bekommen, dass wir Geld verdienen.
Ähm, aber natürlich, wenn man langfristig denkt, kommt sofort der Gedanke okay, das wird hier wachsen. Wir brauchen natürlich Mitarbeiter. Und dann stellt sich sofort die Frage: Wie kriegen wir die Mitarbeiter, die wirklich zu unserem Unternehmen passen? Und ich denke, da ist die Ausbildung natürlich ein ganz, ganz wichtiger Teil davon. Und da werden wir uns auch in nächster Zeit noch hin entwickeln, denke ich.
Luca: Ja, also was wir daraus lernen. Als Gründerin oder als Gründer hat man viele verschiedene Dinge zu bedenken. Dass das einmal die Fachkrafttätigkeit bzw. auch die
Ausbildung und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, aber auch ein paar andere Dinge noch.
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Luca: Und wir haben ja heute so eine etwas sprengende Folge. Wir gucken uns unterschiedliche Themen an und bleiben jetzt kurz bei der Mark. Weil Ausbildung ist das eine Thema. Was sind denn noch so Dinge im Gründungsprozess, die viel Zeit eingenommen haben?
Marc: Viel Zeit eingenommen hat natürlich der Businessplan. Das, was jeder in egal wo er gründet immer zur Hand hat, ist der Businessplan.
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Marc: Da haben wir natürlich auch sehr viel Zeit reingesteckt. Vieles war natürlich auch basierend auf theoretischen Annahmen, aber das ist auch okay, solange am Ende das Konzept, was man da hat, dass man selber damit zufrieden ist und das auch die Partner, sage ich mal wie eine Bank, wenn man einen Kredit zum Beispiel möchte, das auch nachvollziehen kann.
Luca: Was steht so in so ein Businessplan in ein paar Worten?
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Marc: Dann im Businessplan steht natürlich grundsätzlich das Konzept Was möchtest du tun, um. Da steht aber auch drin, mit welchen Umsätzen rechnest du? Wann möchtest du Mitarbeiter anstellen? Wie viele Mitarbeiter möchtest du anstellen?
Luca: Wer sind deine Kunden? Wahrscheinlich auch genau.
Marc: Wer sind deine Kunden? Wie erreichst du deine Kunden? Alles, was zu einem normalen Unternehmen dazugehört, Was sich irgendwann aber selbstständig entwickelt, muss man erst mal von der von Null auf aufstellen.
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Luca: Und dann, wenn so ein Businessplan steht und man quasi sein Geschäftsmodell, also die Frage, wie und mit wem und durch welche Tätigkeit will ich Geld verdienen geschafft hat, dann gibt es ja auch noch ein paar bürokratische Hürden zu nehmen.
Marc: Genau. Also natürlich gehört dazu, ein Unternehmen anzumelden. Vielleicht. Aber als Schritt davor. Was ich gerne sagen würde, ist man muss die Angebote, die es gibt, wahrnehmen.
Das sind Angebote von der Agentur für Arbeit zum Beispiel. Da gibt es den Gründungszuschuss, der ist sehr wichtig. Wenn man aus der Arbeitslosigkeit gründet, dann kann man den in Anspruch nehmen. Das sind natürlich Hilfsangebote der Handwerkskammern, sehr wichtig, auch für uns. Am Anfang war, mit anderen Gründern zu sprechen und auch mit Gründungshelfern zu sprechen.
Luca: Wir haben gesprochen über einen Gründungsprozess, warum es einen Businessplan braucht, aber auch, warum man schon früh an die Zukunft des eigenen Unternehmens denken sollte, zum Beispiel im Bereich der Ausbildung. Wenn ihr noch ganz am Anfang steht und euch interessiert für eine Ausbildung im Handwerk, bei den freien Berufen oder in Industrie und Handel, dann könnt ihr mal auf www.zynd.de vorbeischauen. Da gibt es in den Job Einblicke in unterschiedlichste Berufsfelder und auch in Betriebe.
Sprechen wir jetzt mit Vanessa Philo. Vanessa, hast du schon mal drüber nachgedacht, dich selbst selbstständig zu machen?
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Vanessa: Tatsächlich Ja, und auch sehr, sehr lange. Es war eigentlich immer mein Ziel. Dafür habe ich ja die Meisterprüfung auch gemacht. Und wie das manchmal mit Lebenszielen ist man hat es zwar immer vor Augen, aber hinterfragt es dann vielleicht auch manchmal gar nicht mehr. Und das ist Revue passieren. Und wenn es dann immer näher rückt. Es war tatsächlich so, dass mein Chef jetzt nächstes Jahr in Rente gegangen wäre, hat es irgendwie in mir doch eine Furcht ausgelöst, die ich gar nicht greifen konnte.
Ich habe gedacht okay, ich weiß gar nicht, ob ich mich tatsächlich als Selbstständige sehe, weil es ist ja nicht für jeden was dabei, auch wenn man es immer vielleicht für sich vorgesehen hat und dann kann das mit der Handwerkskammer und eigentlich ist es das genau das, wofür ich immer gebrannt habe für berufliche Weiterbildung, Fortbildung, Ausbildung und Menschen fürs Handwerk bewegen.
Und das kann ich jetzt gerade durchführen als Angestellte, aber trotzdem irgendwie auch. Gibt ja auch viele Jobs, wo man trotzdem sehr frei ist.
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Luca: Ja, und es ist ja auch völlig in Ordnung. Das haben wir hier bei zyndfunken schon häufiger beleuchtet. Entscheidung auch mal zu revidieren und zu sagen okay, ich will vielleicht auch was anderes machen oder das, was ich ausprobiert habe, das ist nicht das, was mein Herz trifft. Und dann denkt man noch mal über was anderes nach. Das ist sehr respektabel.
Was stand denn so auf deiner Pro Contra Liste für und gegen Selbstständigkeit bei dir ganz persönlich?
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Vanessa: Ähm, ich glaube, es war so ein bisschen die Furcht. Also auf der Kontraliste als Frau vielleicht auch mit einem Familiengedanken irgendwie dann später alleine dazustehen.
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Luca: Also Unsicherheit?
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Vanessa: Genau die Unsicherheit ist die finanzielle Unsicherheit, wenn man ausfällt als Selbstständige, wenn man dann gerade in Elternzeit geht. Äh, ja, der auf der Proseite, eigentlich sein eigener Herr sein und das war schon immer auch etwas, was ich sehr gelebt habe. Ich habe heute noch zu einer Kollegin gesagt ich bin schon in der Ausbildung so gewesen, dass ich hinterhergelaufen bin, dachte, ich möchte gerne meine eigenen Kunden haben.
Ich agiere sehr gerne selber mit, mit Menschen und ja, da muss man seinen Weg finden und auch das für sich abwägen.
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Luca: Was würdest du sagen, war so dein größtes Learning in diesem Prozess darüber nachzudenken?
Vanessa: Ich glaube auch einfach, dass man loslassen darf und auch ins Ungewisse mal gehen darf und dann einfach mal schauen kann und darf, was wird daraus? Und manchmal entwickelt sich aus etwas, was man so gar nicht auf dem Schirm hat, was ganz, ganz Großes.
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Luca: Und einen haben wir am Tisch. Der hat sich dann nach der Abwägung doch für die Selbstständigkeit entschieden. Jetzt im Jahr 2025. Aber das war sicherlich kein so super leichter Prozess, auch wenn er uns gerade schon erzählt hat. Er hat den Plan, den hat es schon auch am Anfang gegeben. Aber erzähl doch mal so ein bisschen von dir. Gab es Zweifels, Momente oder würdest du sagen, das war von Anfang bis Ende die beste Entscheidung ohne jeden Zweifel?
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Marc: Also diese Zweifelsmomente gab es selbstverständlich auch bis zum Schluss bzw. bis kurz davor, weil das, was Vanessa gerade angesprochen hat, das Thema Sicherheit ist sehr, sehr wichtig und da fragt man sich natürlich immer bin ich ein Mensch, der es auch mal aushalten kann, wenn er nicht weiß, was er nächsten Monat verdient und ob er etwas verdient? Oder brauche ich unbedingt die Sicherheit und jeden Monat die mein festes Gehalt, was da natürlich aber auch gedeckelt ist in der Selbstständigkeit, kann ich wiederum entscheiden.
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Marc: Ich arbeite mehr, verdiene auch mehr. Das hat mich natürlich vorher sehr lange beschäftigt. Im Endeffekt bin ich aber sehr, sehr zufrieden mit der Entscheidung, die ich getroffen habe.
Luca: Wie hat dein Umfeld darauf reagiert? Also Selbstständigkeit ist ja ein Thema. Manche finden es cool, weil sie sagen okay, das ist die volle Freiheit, die ich irgendwie haben kann und andere sagen Bist du eigentlich völlig bescheuert, du hast doch Ausgaben.
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Marc: Also grundsätzlich ist das Thema Selbständigkeit in meinem Freundeskreis schon sehr präsent. Also ich habe Freunde, die sind Selbstständige Köche, Gartenlandschaftsbauer etc. Also das Thema ist nichts Neues in der Familie. Auch meine beiden Eltern waren selbstständig, meine Mutter Künstlerin, mein Vater in der IT-Branche. Deshalb war das Thema anscheinend schon immer irgendwie in meinem Kopf und auch meine Freundin hat das sehr unterstützt, dass ich mich selbst schick mache, auch weil ich in dem Angestelltenverhältnis in den, in denen ich früher war, nicht immer sehr glücklich war, weil man natürlich eigene Pläne hat und diese auch verfolgen möchte und nicht immer, sage ich mal, durch die Gegend geschickt werden möchte und eine andere Agenda verfolgt.
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Luca: Was wir daraus lernen ist, man muss eben nicht alles alleine schaffen. Es gibt immer auch Unterstützungsmöglichkeiten im privaten Umfeld. Da kannst du dich glaube ich, sehr glücklich schätzen, dass so viele Leute auch schon mal aus ihren Erfahrungen berichten konnten und so, das ist was ganz Wichtiges. Und wir haben gerade auch von Vanessa gehört. Es gibt eben auch Beraterinnen und Berater bei den Kammern beispielsweise und auch bei anderen Stellen, die ja mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Denn in Deutschland haben wir ja auch durchaus das Ziel, dass es mehr Leute in die Selbstständigkeit bringen und damit einen Beitrag hier zu unserer wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Also Unterstützung und Wohlwollen. Das gibt es auf jeden Fall.
Ein halbes Jahr, Marc, Seid ihr jetzt selbstständig? Und wir würden gern wissen, Was ist denn anders, als du es vorher erwartet?
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Marc: Anders in dem Sinne würde ich sagen diese Unsicherheit, die ich angesprochen habe, dass man wirklich nicht weiß, was kommt, was kommt nicht. Das hat sich dann noch mal wirklich real herausgestellt. Also natürlich haben wir ein Unternehmen gegründet, was am Anfang niemand auf dem Schirm habe. Daher mussten wir auch wirklich rausgehen, Kaltakquise machen. In dem Sinne sage ich mal, wir haben einfach Leute angerufen, wir haben uns vorgestellt, wir haben besonders auch viele Unternehmen in unserem Gewerk, also andere Metallbauer, angesprochen und denen gesagt „Hey, wir sind da, wir haben freie Kapazitäten.“
Viele Handwerksunternehmen sind im Moment sehr überlastet, den konnten wir nur noch Arbeit abnehmen. Also muss man wirklich sagen, in unserem Gewerk haben wir eigentlich die meisten Aufträge auch bekommen von anderen Metallbauern und ansonsten würde ich sagen, war alles erwartet. Unsicher sage ich mal.
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Luca: Wie viel Prozent deiner Zeit, die du jetzt in das Unternehmen investierst, sind denn noch die praktische Arbeit quasi am Metall? Also wie viel ist denn auch Verwaltung oder Akquise oder so? Das spielt ja auch eine Rolle.
Marc: Ja, das stimmt. Da wir aktuell noch keine Mitarbeiter haben, ist die Zeit relativ hoch. Also mein Bruder und ich teilen das so er arbeitet oder er hat den die die ganze Arbeit in der Werkstatt beaufsichtigt. Ich kümmere mich um die Akquise, um die Rechnungen, um die Angebote und alles, was dazugehört.
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Marc: Aber grundsätzlich ist es so, dass wir jeden Tag zusammen in der Werkstatt arbeiten, so dass ich dann die Arbeit, die ich mache, eher am Nachmittag und am Abend mache oder am Wochenende. Also da muss man wirklich wissen, da muss man auch abends und am Wochenende auf jeden Fall arbeiten.
Luca: Das kann eben auch zur Selbstständigkeit dazugehören. Da gibt es nicht die Arbeitszeiten wie das im Angestelltenverhältnis ist. Klar, man hat auch die Freiheit, mal zu sagen ich arbeite einen Tag nicht, Aber das ist eben auch die eigene Verantwortung.
Was würdest du denn jetzt so abschließend jungen Leuten raten, die eine Selbstständigkeit spannend finden und da weiter drüber nachdenken? Was ist das Wichtigste, wenn man sich damit auseinandersetzt?
Marc: Das Wichtigste ist, die Angebote in Anspruch zu nehmen.
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Marc: Das heißt die Angebote der Handwerkskammern, die Angebote, die so online gibt und auch ganz, ganz wichtig sich mit Menschen unterhalten, die sich schon selbstständig gemacht haben, die vielleicht sogar in dem gleichen Bereich, in dem man gründen möchte, unterwegs sind, weil da muss man überhaupt keine Angst haben. Die sind alle sehr, sehr froh, wenn sie helfen können, wenn sie Tipps geben können, wenn sie einen unterstützen können.
Also wie gesagt, da habe ich die allermeisten, die oder die allerbesten Erfahrungen gemacht und das ist auf jeden Fall der wichtigste Punkt.
Luca: Genau. Also es ist ganz wichtig, sich zu informieren und die Angebote zu nutzen, die es gibt. Von den verschiedenen Kammern der Handwerkskammer, von den freiberuflichen Kammern oder auch von der Industrie- und Handelskammer. Da kann man schon ganz viel dann abschätzen. Was für Risiken gibt es? Was muss ich eigentlich mitbringen? Ja und ist diese Selbstständigkeit eigentlich was für mich?
Vanessa zu dir kommen ja sehr viele unterschiedliche junge Menschen. Die haben unterschiedlichen fachlichen Hintergrund. Die bringen unterschiedliches Wissen mit, auch andere Kompetenzen usw. Also es ist alles sehr individuell. Für wen würdest du denn sagen, kommt eine Selbstständigkeit am ehesten in Frage? Also was muss man denn so persönlich mitbringen, damit das klappen kann?
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Vanessa: Ich glaube, dass man auf jeden Fall für seine Arbeit brennen sollte. Man sollte Leidenschaft mitbringen und sich auch bewusst sein, was ist natürlich auch für Nebenwirkungen mit prägend. Wie der Marc schon meinte, dass man natürlich auch immer arbeiten könnte oder muss zum Teil. Aber das ja, dass man sich einfach traut, rauszugehen und vielleicht auch einfach mal sich umhört und mit anderen spricht, was die so für Hürden haben, die sie nehmen mussten und sich einfach gut informiert.
Und dann haben die meisten auch eigentlich, wenn die den Wunsch schon gefasst haben, schon auch meistens dann Bock darauf.
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Luca: Wir haben heute darüber gesprochen, was selbstständig sein eigentlich bedeutet und ja, das heißt Verantwortung, aber auch Freiheit und manchmal vielleicht auch eine gewisse Unsicherheit. Wir haben von Marc Seibert gehört, man weiß nicht unbedingt immer, was man so im nächsten Monat verdient. Dafür gibt es eben auch keinen Deckel. Und wir haben aber Gestaltungsmöglichkeiten und ein Stück weit auch Stolz gesprochen. Denn es braucht schon ganz schön viel Einsatz.
Und Vanessa hat gerade gesagt, man brennt für seinen Job, damit so eine Selbstständigkeit tatsächlich auch in die Tat umgesetzt werden kann. Fördermöglichkeiten und Unterstützung gibt es aber beispielsweise bei den Kammern und auch vom Staat.
Marc und Vanessa zeigen, wie unterschiedlich so ein Weg aussehen kann und auch, dass wenn man sich kurz für eine Selbstständigkeit interessiert hat oder auch für eine längere Zeit, dass man das nicht unbedingt durchziehen muss.
Ja, und andersrum geht es natürlich genauso. Es ist nie zu spät, über den Weg der Selbstständigkeit nachzudenken. Hört gerne auch in die übrigen und nächsten Folgen wieder rein. In der Zwischenzeit, wenn ihr Fragen habt, dann meldet euch gerne direkt bei uns und schaut auf www.zynd.de vorbei.
zyndfunken ist ein Podcast des Bundesinstituts für Berufsbildung und ist gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
