Seltene Ausbildungsberufe: alles andere als Standard
Kein Bock auf Jobs, die dich zum Gähnen bringen?
Bogenmacher/-in
Was haben sibirische Pferdehaare mit guter Musik zu tun? Einiges! Für Musiker/-innen ist der Bogen oft genauso wichtig wie ihr Streichinstrument. Als Bogenmacher/-in fertigst du aus Holz, Pferdehaar und Leder in Handarbeit Bögen z.B. für Geigen oder Bässe an. Dafür liest du technische Zeichnungen und bearbeitest danach die Materialien mit Bandsägen, Schleifgeräten und verleimst am Ende alle Teile miteinander. Die passende Lackierung rundet den Klang ab. Mit deinem feinen Gehör, handwerklichen Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen arbeitest du in der Werkstatt und im Verkaufsraum.
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Holzspielzeugmacher/-in
Bauklötzchen, Eisenbahn oder Weihnachtsschmuck: Du entwirfst und fertigst Spielzeug und Deko. Du kennst dich mit Holzarten aus und beurteilst die Qualität. Der Weg zum fertigen Produkt ist lang und mit viel Handarbeit verbunden. Bevor du die Skizzen aufs Holz überträgst, muss es richtig getrocknet und vorbereitet sein. Viel Geduld und Genauigkeit sind beim Bemalen der fertigen Figuren gefragt. Eigentlich hast du mehrere Berufe: Drechsler/-in, Schnitzer/-in, Maler/-in und Qualitätsprüfer/-in.
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Feinoptiker/-in
Mikroskope, medizinische Geräte zur Diagnose oder das Objektiv in deiner Handykamera: Die Optik verträgt keine Ungenauigkeit. Als Feinoptiker/-in fertigst du hauptsächlich aus Glas, aber auch Metall oder Kunststoff verschiedene Bauelemente wie Prismen oder Linsen an. Trotz der Elektromaschinen ist deine Handarbeit gefragt. Neben einer ruhigen Hand bringst du Begeisterung für Mathematik und Physik mit und bist sehr genau. Du arbeitest in Werkstätten oder Produktionshallen. Zu deinen Aufgaben gehören auch das Veredeln, Messen und Prüfen und du richtest Fertigungsmaschinen ein.
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Musikfachhändler/-in
Das Hobby mit dem Beruf zu verbinden, klingt wie Musik in deinen Ohren? Musikalisch zu sein, ist in diesem Beruf wichtig, keine Frage. Du solltest mindestens ein Musikinstrument spielen! Und kommunikative Fähigkeiten wären nicht schlecht, schließlich berätst du andere musikbegeisterte Menschen fachgerecht – von Profimusiker/-innen bis zum Newbie. Außerdem lernst du jeden Tag Neues über die unterschiedlichen Instrumente, das Zubehör und eignest dir Wissen selbstständig an.
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Fotomedienfachmann / Fotomedienfachfrau
Für dich bedeutet Fotografie mehr, als Selfies mit dem Smartphone zu machen? Dann könntest du mit einer Ausbildung zum Fotomedienfachmann/ zur Fotomedienfachfrau deine Foto-Leidenschaft in den Fokus rücken. Du berätst deine Kundschaft zu Foto- und Videoprodukten, deren Bedienung und gibst bei Bedarf Schulungen. Außerdem verkaufst du und erledigst Abrechnungen. Du machst selbst Aufnahmen wie Passbilder oder fotografierst Produkte für den Webshop. Bildbearbeitung gehört für dich zur täglichen Routine und du verfolgst die neuesten Trends der Fotobranche.
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Hafenschiffer/-in
Als Hafenschiffer/-in steuerst du Schiffe in See- und Binnenhäfen, befestigst sie und kümmerst dich um die Be- und Entladung von Gütern, z.B. um große Container. Du prüfst anhand der Begleitpapiere, ob alles in Ordnung ist. Auch Reinigungs- und Wartungsarbeiten an Bord gehören zu deinen To-dos. Technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen sind Pflicht, ebenso wie eine gute Beobachtungsgabe. Und am besten fühlst du dich am Hafen so wohl, wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser.
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Orthoptist/-in
Du hast Lust, im medizinischen Bereich zu arbeiten, Diagnose zu stellen und Behandlungen zu planen? Als Orthoptist/-in untersuchst und behandelst du Schielen und Augenbewegungsstörungen in der augenärztlichen Praxis oder Klinik. In Abstimmung mit dem ärztlichen Personal führst du Untersuchungen mit optischen Geräten durch, deren Namen noch komplizierter sind als deine Berufsbezeichnung. Deine Superpower: Sorgfalt und Genauigkeit. Denn Messfehler führen dazu, dass deine Patienten und Patientinnen schlechter sehen. Außerdem kannst du gut mit Kindern umgehen und arbeitest gerne mit Menschen zusammen.
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Who's the Fachkraft: das Berufequiz
Okay, fragst du dich gerade „WTF???“ Mit Feinpolierer/-innen und Bogenmacher/-innen hast du wahrscheinlich nicht jeden Tag zu tun. In unserem Alltag begegnen wir aber ganz vielen Berufen, die wir nicht auf dem Schirm haben. Wenn du wissen willst, welche das sind, dann wird es jetzt Zeit für eine Runde „Who’s the Fachkraft?“.
Thermometermacher/-in
Wer genau wissen will, wie heiß oder kalt es ist, braucht ein Thermometer. Die sind oft aus Glas, deshalb lernst du in diesem Beruf das Glasblasen. Wichtig ist auch, wie du Handskizzen machst, Temperaturskalen fertigst und weißt, wie du sie justierst. Hilfreich ist Interesse an Physik und Technik, denn eine exakte Messung der Temperatur ist z.B. in der Industrie, der Medizintechnik und in der Wissenschaft wichtig.
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Edelmetallprüfer/-in
Ist das Gold, was da glänzt? Als Edelmetallprüfer/-in überprüfst du die Echtheit von Gold, Silber oder Platin. Du analysierst außerdem die Zusammensetzung von Legierungen und das mit Verfahren, die es zum Teil schon seit Jahrhunderten gibt – entwickelt von Alchemisten auf der Suche nach dem Rezept für Gold. Du bedienst aber auch modernste Labortechnik, bist sehr genau und bringst handwerkliches Geschick mit.
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Feinpolierer/-in
Du bringst Schmuck zum Glänzen! Aber nicht nur den. Als Feinpolierer/-in arbeitest du auch in der optischen und feinmechanischen Industrie. Dein handwerkliches Geschick beweist du an den unterschiedlichen Maschinen, die dich beim Schleifen und Polieren unterstützen. Gutes Sehvermögen und Genauigkeit sind Eigenschaften, die dir bei der Qualitätskontrolle helfen. Deine Arbeitsorte sind Werkstätten oder Fertigungshallen.
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Investmentfondskaufmann / Investmentfondskauffrau
Deine Welt dreht sich um Aktien, Depots, DAX und Fonds. Deine Kundschaft vertraut dir ihr Geld an. Deshalb ist es wichtig, dass du dich als Investmentfondskaufmann oder Investmentfondskauffrau nicht nur mit Finanzmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen auskennst. Du arbeitest sehr gewissenhaft und bist seriös. Du analysierst die Kapital- und Wertpapiermärkte, betreust Depots und wickelst Handelsaufträge ab. Dein Arbeitsplatz kann auf dem Börsenparkett, aber auch in Banken oder bei Versicherungen sein.
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Modist/-in
Mod-was? Ein wirklich seltener Beruf, dessen Name in die Irre führt. Oder hättest du gewusst, dass Modisten und Modistinnen Damenhüte herstellen? Hutmacher/-innen fertigen ausschließlich Hüte für Herren. Hüte sind nach wie vor „in“ – ob bei einer königlichen Hochzeit oder im Sommer am Strand. In diesem Beruf fertigst du mit Modebewusstsein und Kreativität die verschiedensten Kopfbedeckungen und das in über 30 Arbeitsschritten. Du stellst aber nicht nur neue Ware her. Manchmal lassen sich alte Hüte reparieren oder anpassen.
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Altes Handwerk vs. Industrieproduktion
Viele der inzwischen seltenen Berufe sind traditionelle Handwerksberufe. Heute werden Kerzen, Hüte und einfaches Holzspielzeug in Asien hergestellt und nach Deutschland exportiert. Im Vergleich zu den handgefertigten Stücken ist diese Industrieware viel günstiger und weniger individuell und liebevoll gestaltet. Neben handwerklichen Ausbildungen gibt es auch Ausbildungen zu seltenen Fachhändler/-innen oder Kaufleuten. Das Gute: Wenn du dich auf eine dieser Nischen spezialisierst, hast du weniger Konkurrenz. Und oft wirst du für dein seltenes Fachwissen besser bezahlt als in einem Beruf, den tausende Menschen machen.
Keine freie Standortwahl
Wenn du dich für eine eher ungewöhnliche Ausbildung entscheidest, hast du häufig nicht die Möglichkeit, dir einen Betrieb in deiner Region auszusuchen. Du musst also sehr wahrscheinlich umziehen. Für ganz spezielle Berufe wie Feinpolierer/-in oder Feinoptiker/-in gibt es in Deutschland z.B. nur eine einzige Berufsschule. In der Goldschmiedeschule in Pforzheim gibt es jedes Jahr eine Handvoll Azubis aus dem ganzen Land, die zusammen mit angehenden Goldschmieden/Goldschmiedinnen in einer Klasse sitzen.
Gute Zukunftsaussichten und Weiterentwicklung
Hast du dich für eine seltene Berufsausbildung entschieden, bist du am Ende deiner meist drei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung eine hoch spezialisierte Fachkraft. Und da du wenige Mit-Azubis hast, hast du auch weniger Mitbewerber/-innen, die sich nach dem Abschluss auf dieselben Stellen bewerben.
In Handwerksberufen kannst du dich nach der Ausbildung gut weiterentwickeln und z.B. einen Meister machen oder dich mit Fortbildungen weiter spezialisieren. Du kannst auch überlegen, ob du dein Wissen mit einem Studium vertiefen möchtest.
Zu den am häufigsten abgeschlossenen Ausbildungen 2024 gehören übrigens Kraftfahrzeugmechatroniker/-innen und Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement.















