Generation Z: Verantwortung ja, aber unter unseren Bedingungen!
Was erwartet die Generation Z von der Arbeitswelt?
Bisherige Arbeitsbedingungen in Frage stellen
Kriege und die Spaltung der Gesellschaft beunruhigen die teilnehmenden Jugendlichen. Weit oben im Sorgen-Ranking steht die Inflation und der teurer und knapper werdende Wohnraum. Trotz dieser Voraussetzungen ist die große Mehrheit der Gen Z bereit, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig haben viele junge Menschen das Gefühl, dass Leistung allein keine Sicherheit mehr garantiert und auch die psychische Belastungen steigen weiter an.
Fast jede zweite befragte Person berichtet von Stress, viele fühlen sich erschöpft oder machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Gründe dafür gibt es genug: steigende Lebenshaltungskosten, Kriege, Klimakrise, Leistungsdruck oder die Angst, beruflich nicht mithalten zu können. Das verändert auch den Blick auf Arbeit.
Klare Grenzen statt Dauerstress
Viele Jugendliche wollen später erfolgreich sein – aber nicht so arbeiten wie frühere Generationen. Statt Dauerstress und ständiger Erreichbarkeit wünschen sie sich klare Grenzen zwischen Job und Freizeit, mehr Mitsprache und ein Arbeitsumfeld, das psychische Gesundheit ernst nimmt. Jede/-r Fünfte spielt deshalb auch mit dem Gedanken auszuwandern – vielleicht auch mit der Hoffnung, dass die Bedingungen in anderen Ländern besser sind.
Was motiviert junge Menschen?
Der Motivationsfaktor Geld ist in der Befragung von 2026 weiterhin auf Platz 1. Kein Wunder, denn viele fragen sich, ob sie sich Wohnen, Reisen und ein gutes Leben überhaupt leisten können.
Danach folgen:
- Spaß an der Arbeit
- persönliche Ziele erreichen
- etwas Sinnvolles zu tun
- Anerkennung erhalten
Hier zeigt sich, dass es vielen nicht nur ums Geld geht. Ein Beruf, der zu den eigenen Werten und den Lebensvorstellungen passt, ist den meisten wichtig.
Es ist okay, wenn der Job nur ein Teil deines Lebens ist und du deine Energie auch in andere wichtige Bereich investiert wie Freundschaften, Sport oder andere Hobbys oder ein Ehrenamt.
Work-Life-Separation statt Hustle-Modus
Hier zeigt sich das etwas andere Mindset. Während früher oft von Work-Life-Balance die Rede war, wünschen sich heute viele eher eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Im Feierabend noch einen Blick ins Mailfach werfen oder am Wochenende an einem wichtigen Projekt arbeiten, kommt für viele nicht in Frage.
Für ältere Generationen ist das nicht immer leicht nachzuvollziehen und diese Haltung wirkt schon mal unmotiviert. Was dahintersteckt ist aber der sehr verständliche Wunsch danach, langfristig gesund zu bleiben und durch die bessere Erholung auch bessere Leistung zu bringen.
In Zukunft will ich ...
... einen sicheren Job, die Welt entdecken, meine Eltern stolz machen, ein Vorbild werden, viel Geld verdienen? Was erwartest du von einem Beruf? Was sind deine Ziele und Wünsche?
Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt
Digital Natives sind motiviert: Die Mehrheit in der Generation Z gibt an, gerne zu arbeiten. Vor allem, wenn sie ernst genommen werden und mitentscheiden. Auch wenn sie noch nicht viel Berufserfahrung mitbringen, haben sie auf manchen Gebieten zum ersten Mal einen Wissensvorsprung gegenüber den älteren Generationen nämlich in Sachen Digitalisierung.
Ausgerechnet auf dem Gebiet der Digitalisierung kommt ein neuer Faktor dazu, der Schatten über die berufliche Zukunft wirft: Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Junge Menschen schätzen ihre beruflichen Chancen nicht nur wegen der wirtschaftlichen Lage, sondern auch wegen des stärker werdenden Einflusses von KI schlechter ein, so die Ergebnisse der Studie.
Ausbildung oder Studium?
Viele halten deshalb eine Ausbildung für sinnvoller als ein Studium. Vor allem die Berufsfelder rund um Handwerk, Technik und Soziales gelten für viele als "zukunftssicher", weil diese Berufe trotz KI gefragt bleiben. Ein Studium kann aber trotzdem das Richtige sein. Wichtig ist, dass du dir überlegst:
- Was passt wirklich zu mir?
- Möchte ich lieber praktisch oder theoretisch lernen?
- Wie viel Sicherheit brauche ich mit Blick auf Zukunft?
Warum mentale Gesundheit wichtiger geworden ist
Wer heute jugendlich ist, ist mit Krisen aufgewachsen – von der geplatzten Dotcom-Blase in den frühen Nuller-Jahren, über die Klima- und Flüchtlingskrise, die Corona-Pandemie bis zum Krieg in der Ukraine und dem Nahen Osten. Ach ja und Inflation gibt es auch noch. Stress und Vergleichsdruck, der von sozialen Medien ausgelöst wird, ist sowieso präsent. Die unter 30-Jährigen achten deshalb stärker auf ihre mentale Gesundheit als frühere Generationen. Auf sich hören, sich Pausen nehmen, Grenzen ziehen oder Hilfe suchen gilt für viele nicht als Schwäche, sondern als wichtig.
Was sich junge Menschen wünschen
Die Studie zeigt: Viele Jugendliche wünschen sich vor allem mehr Sicherheit und echte Perspektiven.
Dazu gehören neben bezahlbaren Mieten und guter Bildung vor allem finanzielle Sicherheit und faire Arbeitsbedingungen. Damit junge Menschen sich nicht allein gelassen fühlen mit den wichtigsten Zukunftsfragen, müsste es mehr Einbindung und Mitsprache geben.


