Cybermobbing – was ist das und was kannst du dagegen tun?
So erkennst du Mobbing im Internet, schützt dich selbst und hilfst anderen
Cybermobbing – was ist das überhaupt?
Cybermobbing (auch Cyberbullying genannt) ist eine Form des Mobbings, bei der Menschen online absichtlich und wiederholt angegriffen oder bloßgestellt werden.
Das zählt auch zu Cybermobbing:
- Manipulierte Bilder oder Deepfakes, die jemanden lächerlich machen
- Fake News und Gerüchte, die den Ruf oder Beziehungen schädigen
- Hate Speech, bei der gegen ganze Gruppen gehetzt wird
Warum Cybermobbing so heftig ist
Cybermobbing ist besonders belastend, weil es einfach nicht aufhört. Verletzende Nachrichten, Bilder oder Kommentare erreichen Betroffene jederzeit und überall – auch zu Hause in ihrer Komfortzone.
Dazu kommt: Inhalte im Internet können schnell von vielen gesehen und weiterverbreitet werden. Selbst wenn etwas gelöscht wird, taucht es oft wieder auf.
Online ist es leichter, sich zu verstecken – zum Beispiel hinter Fake-Profilen. Viele glauben dann, sie kämen damit durch.
Gleichzeitig sehen Mobber nicht, wie sehr das die andere Person trifft. Dadurch werden online oft Grenzen überschritten, die man im echten Leben nicht übertreten würde.
Noch Streit oder schon Mobbing?
Ein Streit passiert meistens einmal und hört wieder auf.
Cybermobbing passiert immer wieder und ist absichtlich verletzend.
Ist Cybermobbing strafbar?
Ein eigenes Gesetz gegen Mobbing und Cybermobbing gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem sind viele Handlungen beim Mobbing im Netz strafbar. Denn viele Dinge, die online absolut nicht gehen, sind auch offline verboten.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Beleidigungen oder Drohungen
- Lügen oder Gerüchte über eine Person
- Nachstellen und Cyberstalking
- Das Veröffentlichen von Fotos oder Videos ohne Erlaubnis
Kurz gesagt: Cybermobbing ist kein Graubereich, nur weil es im Internet passiert.
Wann du etwas tun solltest
Die Folgen von Cybermobbing können schlimm sein. Wenn es dich runterzieht oder nicht aufhört, hol dir Hilfe.
Du brauchst Unterstützung, wenn:
- du merkst, dass es dir psychisch nicht gut geht
- du Angst hast, Social Media zu öffnen
- du dich zurückziehst oder schlechter schläfst
- du dich allein gelassen, ausgeliefert oder machtlos fühlst
Warte nicht, bis du denkst, es ist „schlimm genug“!
6 konkrete Tipps gegen Mobbing im Internet
1. Nicht auf Angriffe antworten
Es ist echt schwer, nichts zu tun. Aber zieh´s durch, denn Reaktionen bringen die Täter/-innen oft erst richtig in Fahrt.
2. Beweise sichern
Wichtig: Mach Screenshots, bevor du beleidigende Nachrichten, Kommentare oder Posts meldest oder löschst. Sie sind kein Muss, aber helfen enorm, falls du später Anzeige erstatten willst.
3. Täter/-innen blockieren und melden
Auf Instagram, TikTok, WhatsApp & Co. kannst du direkt auf der Plattform Profile melden und sperren. Nutze das.
4. Unterstützung holen
Sprich mit Freunden und Freundinnen, Eltern, Lehrkräften oder dem/der Schulsozialarbeiter/-in. Du kannst dich auch an anonyme Beratungsstellen wenden, die sich mit dem Thema besonders gut auskennen.
5.Chats oder Gruppen verlassen
Wenn möglich: Gruppen verlassen, die dir schaden – auch wenn es der Klassenchat oder die Ausbildungsgruppe ist.
6. Bei schweren Fällen: Polizei einschalten
Bei Drohungen, Erpressung oder wenn es nicht aufhört, kannst du gemeinsam mit einer erwachsenen Vertrauensperson Anzeige erstatten.
Was du tun kannst, wenn andere betroffen sind
Cybermobbing passiert nicht im Stillen, sondern vor anderen – in Gruppen, Chats oder Kommentarspalten in den sozialen Medien. Wer wegschaut, während jemand gemobbt wird, hilft Täter/-innen dabei, weiterzumachen. Betroffene von Cybermobbing brauchen Unterstützung. Deshalb:
- Schau nicht weg. Wegsehen oder Mitlachen unterstützt die Täter/-innen.
- Zeig Haltung. Sag klar, dass du das Verhalten nicht okay findest.
- Unterstütz die betroffene Person. Eine private Nachricht kann viel bewirken.
- Melde Inhalte. Auch Beobachtende können Posts oder Profile melden.
- Hol Hilfe dazu, wenn du unsicher bist oder es eskaliert.
Hilfe holen ist kein Anschwärzen!
Egal ob in der Schule, Ausbildung, Uni oder im Job: Wer Hilfe holt ist keine Petze, sondern schützt Betroffene. Es ist wichtig für jemanden da zu sein, der/dem es schlecht geht.
Wichtig: Auch wenn der/die Täter/-in in der Rangordnung über dir steht, solltest du handeln. Im Arbeitskontext gibt es den Betriebsrat oder andere Vertretungen, die dir dabei helfen.
Hilfe holen: Diese Stellen sind für dich da
Vertrauenspersonen vor Ort
Wenn du kannst, sprich mit Menschen, denen du vertraust – zum Beispiel Freunden und Freundinnen, Eltern, Lehrkräften, Schulsozialarbeiter/-innen oder Ausbildenden. Bei schweren Fällen von Cybermobbing solltest du dir professionelle Hilfe holen. Du musst das nicht allein klären.
Anonyme Anlaufstellen im Netz
Diese Stellen bieten Opfern von Cybermobbing kostenlose Beratung und Informationen zum Thema:
Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App (klicksafe)
Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App (klicksafe)
Kostenlose App zum Download mit kurzen Videos, die Mut machen, Orientierung geben und bei den ersten Schritten gegen Cybermobbing helfen. Du bekommst Tipps zum Melden, Blockieren und Löschen – und Infos, wo du weitere Unterstützung findest.
Cybermobbing vorbeugen – was du tun kannst
Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Aber du kannst in deinem Alltag einiges tun, um dich und andere zu schützen:
- Private Profile nutzen – Stelle deine Accounts auf „privat“ und nimm nur Freundschaftsanfragen von Menschen an, die du wirklich kennst.
- Vorsicht bei persönlichen Infos – Adresse, Handynummer oder Schule nie öffentlich teilen
- Überlege, was du postest – Peinliche Fotos oder Videos können gegen dich verwendet werden. Das Internet vergisst nichts.
- Starke Passwörter verwenden – Schütze deine Accounts und gib Passwörter an niemanden weiter.
- Andere respektieren – Poste keine Bilder von anderen ohne Erlaubnis und behandle alle so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
- Nicht mitmachen – Auch ein Like bei verletzenden Posts macht dich zum Teil des Problems.
Und denk immer daran:
- Du bist nicht allein.
- Du kannst etwas bewegen.




