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Deepfakes – was ist das und welche Rolle spielen sie heute?

Wie Künstliche Intelligenz real wirkende Inhalte erzeugt – und was du darüber wissen musst.

von zynd-Redaktion Lesezeit: 5 Minuten
KI-generiertes Bild: Handyscreen zeigt einen geteilten Bildschirm, auf der eine Seite des Gesichts bearbeitet, die andere unbearbeitet ist.
Bild generiert mit ChatGPT, GPT Image, 13.02.2026
Ein brennender Eiffelturm auf TikTok – sah echt aus, war aber fake. Taylor Swift in pornografischen Posen? Nie passiert. Der Papst in Designer-Daunenjacke? Pure KI. All das waren Deepfakes. Aber Deepfake – was ist das eigentlich und wie kannst du sie erkennen?

Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind Videos, Fotos oder Audios, die mit Künstlicher Intelligenz (kurz: KI) erstellt wurden und sehr echt wirken. Dabei werden zum Beispiel Gesichter in Videos hineinkopiert oder Stimmen imitiert. Dadurch wirkt es so, als würde eine Person etwas sagen oder tun. Hat sie aber nie!

Der Begriff „Deep" kommt von „Deep Learning" – einer speziellen KI-Technologie, die aus Beispielen lernt und dadurch täuschend echte Fälschungen erstellen kann. Bis vor kurzem brauchte man Profi-Skills für sowas. Heute gibt es Apps dafür und jede/-r kriegt es hin – selbst, wenn du von Technik null Ahnung hast.

Alpaka

Deep oder Cheap?

Übrigens: Nicht jede Fälschung ist ein Deepfake. Sogenannte „Cheap Fakes" sind Videos oder Bilder, die mit einfachen Mitteln manipuliert wurden – zum Beispiel durch Verlangsamung, Schnitte oder falsche Untertitel. Auch Cheapfakes können gezielt eingesetzt werden, um falsche Infos zu verbreiten. Es braucht also keine ausgeklügelte Technik, um Menschen in die Irre zu führen.

Wie Deepfakes Meinungen beeinflussen

Krasses Beispiel: Im November 2025 ging auf TikTok ein Video viral, das du vielleicht gesehen hast. Es zeigte eine Familie, die angeblich 6.000 Euro Bürgergeld erhält und löste daraufhin eine Welle wütender, teils rassistischer Kommentare aus. Das Video war eindeutig gefakt, aber trotzdem verstärkte es Vorurteile und falsche Vorstellungen über Sozialleistungen und schürte gezielt Hass und Vorurteile.

Jutta Jahnel forscht am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu Deepfakes. Sie warnt: „Wenn Menschen nicht mehr erkennen können, ob etwas echt ist, kann jemand das nutzen, um Desinformation zu verbreiten und andere politisch zu täuschen." 
So können künstlich erstellte Videos und Bilder zum Beispiel auch vor Wahlen eingesetzt werden, um Kandidaten oder Kandidatinnen schlecht dastehen zu lassen oder falsche Versprechungen zu verbreiten.

Kamera

Recht am eigenen Bild: Das musst du wissen

Alle Menschen entscheiden selbst, ob ein Foto von ihnen veröffentlicht wird – das Recht am eigenen Bild ist ein geschütztes Persönlichkeitsrecht. Werden Deepfakes ohne Einwilligung erstellt oder verbreitet, verletzt das genau dieses Recht und kann als Straftat gewertet werden.

Sexualisierte Deepfakes

Die ernsthafteste Bedrohung für Jugendliche sind jedoch sexualisierte Deepfakes. Anfang 2024 wurden beispielsweise Deepnudes – also gefälschte Nacktbilder – von Taylor Swift auf Social Media verbreitet – mit Millionen Views. „Der größte Anteil nachgewiesener Deepfakes sind Täuschungen im pornografischen Bereich", so Jahnel. "Und davon sind vor allem Frauen betroffen."

Das Problem: Das kann auch dir passieren. Jedes Foto von dir kann zum Fake werden. Und je mehr Fotos online verfügbar sind, desto realistischer wirken die Ergebnisse.

4 Tipps, die dir beim Erkennen von Deepfakes helfen

„Die Technik ist mittlerweile so ausgefeilt, dass man echt und unecht oft gar nicht mehr mit bloßem Auge unterscheiden kann”, sagt Jahnel. „Selbst Erkennungstools sind nicht hundertprozentig zuverlässig.”

Trotzdem gibt es ein paar Hinweise – gerade, wenn dir ein Video komisch vorkommt.

1. Details prüfen

Stimmen Anzahl und Form von Körperteilen? Der Klassiker: sieben Menschen im Bild, aber acht Paar Füße. Auch typisch: unnatürliche Mimik, leerer Blick, verzerrte Ohren, merkwürdige Hände oder fehlende/falsche Schatten. Blinzelt die Person viel zu selten? Auch das kann ein Hinweis auf ein Fake sein.

2. Kontext checken

Wird das Foto oder Video auch auf öffentlich-rechtlichen Nachrichtenseiten geteilt? Wenn nicht – sei kritisch! Echte News findest du auch außerhalb von Social-Media-Plattformen.

3. Kritisch hinterfragen

Würde die Person öffentlich so etwas sagen? Wer könnte davon profitieren? Recherchiere, ob die Aussagen überhaupt zur Person passen.

4. Gefühle wahrnehmen

Wenn dich ein Post sofort wütend macht, schockiert oder mega empört, ist das ein Signal, die Info kurz zu prüfen. Viele Deepfakes zielen genau darauf ab: starke Emotionen auslösen, damit du schnell reagierst, bevor du nachdenkst. Dein Gefühl ist also ein Hinweis – nicht, dass etwas falsch ist, aber dass du genauer hinschauen solltest. 
Deshalb: Erst nachdenken, dann reagieren. Weiterscrollen statt liken, nicht teilen und bei der Plattform melden.

Scribble: Fernglas

TIPP: Mach eine Bilder-Rückwärtssuche. Dafür gibst du das Bild in der Suchmaschine ein und schaust, ob weitere Quellen dafür auftauchen und du dort mehr dazu herausfinden kannst.

Wenn ein Deepfake von dir kursiert

Wenn ein Deepfake von dir im Netz zu finden ist, solltest du schnell handeln. Und dir Unterstützung holen: „Es gibt Hilfsangebote, bei denen jemand für dich rechtlichen Beistand übernimmt – oft ohne, dass du selbst einen Rechtsanwalt bezahlen musst”, sagt Jutta Jahnel.

Anlaufstellen:

Fazit

Deepfakes sind nicht automatisch schlecht – die Technologie kann auch richtig sinnvoll sein, zum Beispiel in Filmen, bei Übersetzungen, in der Sprachassistenz oder sogar in der Medizin. Wichtig ist: Nicht die KI entscheidet, sondern Menschen setzen sie ein – mit guten oder schlechten Absichten. Deshalb: Bleib aufmerksam, check Inhalte kurz und lass dich nicht von starken Emotionen in vorschnelle Reaktionen ziehen.

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