Bis die Kommentare kommen
Warum dieses Dress-up-Game plötzlich unangenehm echt wird
Ein ganz normales Ankleidespiel?
Hinter der süßen Arcade-Optik von „Ein ganz normales Ankleidespiel“ steckt plötzlich ein ernstes Thema: Gesellschaftliche Erwartungen, Sexismus und die Frage, warum Kleidung bei Frauen so oft bewertet wird. Denn egal, was man (bzw. Frau) trägt: Das Risiko, belästigt, diskriminiert oder zum Objekt zu werden, wird zum ungewollten Accessoire.
Nicht das Outfit ist das Problem
Vielleicht kennst du auch aus deinem Alltag Aussagen wie:
„Mit dem Outfit brauchst du dich nicht wundern.“
„Das ist doch zu aufreizend.“
„Zieh lieber etwas anderes an.“
Sichtweisen, die an eine Täter-Opfer-Umkehr erinnern. Die Verantwortung wird den Betroffenen zugeschoben, statt denen, die Grenzen überschreiten.
Alicja Krasowska stellt in ihrem Game genau diese Denkweise infrage. Mit einem schlichten aber überaus eindrücklichen Game-Loop macht das Spiel sichtbar, wie alltäglich und „normal“ sexuelle Belästigung für viele Frauen im Alltag und auf Social Media ist. Die Kommentare kommen – egal ob du dich für den Hoodie oder das Crop Top entscheidest.
Von der Idee zum eigenen Game – ohne programmieren zu können
Alicja (@kreALAtiv) hat Kommunikationsdesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin studiert und das Spiel im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt. Für das Game hat sie sich nicht nur das visuelle Konzept ausgedacht. Besonders spannend: Obwohl Alicja wenig Programmiererfahrung hatte, setzte sie das Spiel komplett alleine um, für den Code und Skripte nutzte sie KI-Unterstützung. Sogar ein passender Arcade-Automat aus Karton gehörte zum Projekt. Ein richtig gutes Beispiel, wie KI gerade Berufe verändert und kreative Arbeit heute ganz anders möglich macht.
Drei Fragen an Alicja
Warum ausgerechnet ein Dress-up-Spiel, um ein so ernstes Thema anzusprechen?
Du hattest vorher kaum Programmiererfahrung. Wie hast du das Spiel trotzdem umgesetzt?
Viele Jugendliche glauben, ihnen fehlten die Fähigkeiten für eigene Projekte. Was würdest du ihnen mit auf den Weg geben?
Dieses Game ist mehr als ein Spiel
Hinter dem knallbunten Pink steckt eine klare Kritik: Kleidung und Körper von Frauen werden im Alltag oft bewertet – häufig auf eine sexualisierte Weise, die nichts mit der Kleidung selbst zu tun hat. Genau das macht das Game so stark: Es übersetzt ein gesellschaftliches Problem in eine spielbare Erfahrung. Und du erlebst, wie du selbst zum Objekt wirst und Kommentaren ausgeliefert bist.
Games können Perspektiven verschieben, Alltagserfahrungen sichtbar machen und Diskussionen anstoßen – nicht nur erzählen, sondern erfahrbar machen.
Vielleicht ist es eben doch kein ganz normales Ankleidespiel. In jedem Fall aber eines, das im Kopf hängen bleibt und du dir anschauen solltest ...
Support suchen und finden
Erwachsenwerden ist nicht so easy. Es gibt viel zu tun und du fühlst dich vielleicht auch mal hilflos. Aber muss das so sein? Nein, denn es gibt echt viel Support! In diesem Suchspiel findest du viele Infos und Anlaufstellen.


